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Die Präsenzlehre an der Universität zu Köln ist zur Eindämmung der Verbreitung des Corona-VIrus (SARS-COV-2) weiterhin nur in absoluten, vom Rektorat bzw. Dekanat genehmigten Ausnahmefällen und unter Einhaltung der jeweils gängigen Hygiene- und Corona-Schutz-Maßnahmen erlaubt.

Sowohl für das Sommersemester 2021 als auch für das Wintersemester 2021/2022 haben wir für unsere Formate digitale Semester festgelegt, um für alle Studierenden, unsere Dozierenden und uns frühestmöglich Planungssicherheit zu gewährleisten. Dies gilt auch für unsere Ringvorlesung. Diese Aussage treffen wir ausschließlich für unsere Formate. Unabhängig von unseren Formaten kann es im Fachstudium an der Universität zu Köln unter strengen Hygiene-Auflagen Präsenzveranstaltungen geben.

Allgemeine Informationen des ProfessionalCenters zum Umgang mit der aktuellen Situation finden Sie auf der Info-Seite des ProfessionalCenters zum Corona-Virus.

Allgemeine Informationen des Rektorats zum Umgang mit der aktuellen Situation finden Sie auf der Info-Seite der Universität zu Köln zum Corona-Virus.

Ringvorlesung: Beziehungswelten

Unter einer Beziehung im herkömmlichen Sinne wird häufig eine vertraute und feste Verbindung zwischen mindestens zwei Personen verstanden. Es gibt jedoch keine allgemeingültige und abschließende Definition einer Beziehung – keine Formel, die eine gute Beziehung ausmacht und keine Regeln, die bestimmen, wer mit wem oder mit was in Beziehung treten darf – oder?
Kontakt, Umgang, Verbindung, Verhältnis, Zusammenhang, Nexus, Bezug, Relation, … all das kann eine Beziehung bedeuten oder darstellen. Menschen können unterschiedliche Beziehungs- und Lebensarten führen. Unsere Anforderungen an eine Beziehung sind so divers, wie die Art der Beziehungen selbst. Wie bildet sich meine Beziehung zu meiner Umwelt ab? Kann man eine Beziehung zu sich selbst führen? Wandelt sich die sog. „Kontinuitätsbiografie" der Beziehungen oder träumen wir alle doch insgeheim von der einen Liebe fürs Leben? Kann man Liebe - oder gar die Bindung von Mutter und Kind - wissenschaftlich messen? Unterscheiden sich Beziehungen von Kultur zu Kultur? Welche Beziehungstypen gibt es? Hat Corona uns gezeigt, dass manche Beziehungen wertiger sind als andere – besonders vor der Gesellschaft und dem Gesetz?
Das Leben in einer Zeit, in der unsere Beziehungen vor eine große Herausforderung gestellt werden, und wir alle leibhaft spüren, wie es sich anfühlt, wenn unser Beziehungsleben beschränkt und reguliert wird, wirft eine Reihe von Fragen auf. Was ist eigentlich eine „Kernfamilie“? Warum genießt diese einen besonderen Schutz vor dem Gesetz? Wieso gilt dasselbe nicht für Freundschaften? Sind Freundschaften etwas qualitativ anderes als Liebesbeziehungen? Und welchen Einfluss hat Online-Dating, die Gesellschaft oder unser Umfeld auf die Art und Weise, wie wir Beziehungen führen?

Wir laden Sie dazu ein, die Beziehungen unserer Zeit mit Expert:innen aus Wissenschaft, Gesellschaft, und Kultur in interdisziplinären Vorträgen zu betrachten und kritisch zu hinterfragen. Studierende aller Fakultäten sowie interessierte Gäste sind herzlich willkommen!


Wissenschaftliche Leitung der Ringvorlesung:
Prof. Dr. Michael Schemmann, wissenschaftliche Leitung des ProfessionalCenters der Universität zu Köln

Koordination:
Maren Mardink, ProfessionalCenter

 

Informationen zur Anmeldung

 

Veranstaltungsübersicht

 

20.04.2021 | 17:45 - 19:15 Uhr
Was ist Liebe?

In unseren Vorstellungen vom Glück spielt Liebe eine zentrale Rolle. Aber was ist Liebe genau? Was unterscheidet sie von anderen Einstellungen und warum kreisen wir ständig um sie? Ausgehend von ein paar Kriterien, die eine Theorie der Liebe erfüllen sollte, nähern wir uns in diesem Vortrag diesen Fragen.


Dr. Nora Kreft, Institut für Philosophie, Humboldt-Universität Berlin

27.04.2021 | 17:45 - 19:15 Uhr
Was ist eigentlich eine Beziehung?

Was unterscheidet eine Beziehung von sozialer Interaktion, und wie unterscheiden sich soziale Beziehungen von persönlichen Beziehungen? Was bedeuten Partnerschaft, Verwandtschaft und Freundschaft? Die Beziehungspsychologie gibt Antworten auf diese fundamentalen Fragen und erklärt, warum Beziehungen so relevant sind für die Persönlichkeitsentwicklung. Neben ihren zentralen Funktionen und ihrer Dynamik über die Lebensspanne wird auch der Frage nachgegangen, wie sich Beziehungen historisch und gesellschaftlich wandeln.


Prof. Dr. Franz J. Neyer, Friedrich-Schiller Universität Jena

11.05.2021 | 17:45 - 19:15 Uhr
Freundschaft als Lebensform. Eine besondere Praxis in Zeiten der Krise.

Wie gelingt es, im Angesicht von Unsicherheit, Sorgen und dem Wissen um die eigene Verwundbarkeit ein gutes Leben zu führen? Was ist es, was uns Halt und Trost geben kann, wenn wir doch wissen, dass all unsere Bemühungen scheitern könnten und letztlich sogar auf ein sicheres Ende hinauslaufen? Die menschliche Suche nach Sicherheit und Ordnung, nach festen Beziehungen, bis dass „der Tod uns scheidet“ widmet sich einem eigentlich aussichtslosen Unterfangen: Stabilität und Dauer zu ermöglichen, etwas zu schaffen und Bedeutungen festzuschreiben, selbst wenn diese einem ständigen Wandel unterliegen. Gerade in Zeiten der Pandemie zeigt sich die Ambivalenz solcher Bestrebungen und Sehnsüchte und gleichzeitig die menschliche Begabung in einem unerschrockenen „Obwohl“ der Veränderung etwas abzuringen, was solidarisches Miteinander, Verbindlichkeiten und kreative Lösungen und Übergänge ermöglicht. Die Kraft wohlwollender Zuversicht legt die Basis für das, was wir als „Freundschaft“ beschreiben wollen – die Entscheidung für eine Zuneigung zu einer Welt, die in ihrer Lebendigkeit eine Zumutung darstellt und dennoch die größten Kostbarkeiten bereitstellt, die wir uns vorstellen können: den Halt menschlicher Beziehungen in Zeiten, in denen die äußeren Bedingungen ihn nicht immer bieten können.


Dr. Ina Schmidt, Philosophin und Publizistin

18.05.2021 | 17:45 - 19:15 Uhr
Genderfrei Lieben - Sich NahBeziehen jenseits von (Homo- und Hetero) Sexualität

Welche diskriminierenden Bilder durchziehen Vorstellungen von Liebe und Glück eigentlich ganz tiefliegend? Was würde es heißen, Gender aus diesen Bildern rauszunehmen, was bleibt dann übrig - und was öffnet sich neu? In dem Vortrag veranschauliche ich diese Fragen anhand der Konzepte Sexualität, Familie und Paarbeziehungen. Ich mache deutlich, wie eng Liebeskonzepte in der Gesellschaft kapitalistische Vorstellungen reproduzieren und strukturelle Diskriminierungen normalisieren.


Prof.ens Dr.ens Lann Hornscheidt

01.06.2021 | 17:45 - 19:15 Uhr
Selbstmitgefühl: Wie Du Dir selbst gute Gesellschaft sein kannst.

Als soziale Wesen sind wir unser Leben lang auf fürsorgliche und wertschätzende Beziehungen für unser emotionales und körperliches Wohlergehen angewiesen. Ganz besonders benötigen wir Mitgefühl in Form von Halt, Trost und Unterstützung in Zeiten von emotionaler Belastung. Der Mangel konfrontiert uns mit der Sehnsucht dies von außen zu bekommen. Wie wäre es dies von innen zu bekommen? Wir alle tragen die oft ungenutzte Fähigkeit in uns eine solche nahe und wohlwollende Beziehung mit uns selbst zu entwickeln. Das ist Selbstmitgefühl. Du wirst lernen, wie Du Dir selbst ein guter Freund werden kannst, der Dich bedingungslos unterstützt.


Dr. Christine Brähler, Psychologische-Psychotherapeutin, Dozentin und Autorin

08.06.2021 | 17:45 - 19:15 Uhr
Beziehungen im Wandel. Partnerschaften im europäischen Vergleich.

Paarbeziehungen im 21. Jahrhundert gelten als diverser, instabiler und werden oft erst später eingegangen. Auch die Wahl der Beziehungsform folgt einem klaren Trend: Weniger Ehen, dafür mehr nichteheliche Lebensgemeinschaften. Was sind die Erklärungsansätze für diese Wandelprozesse? Welche Rolle spielen Wertewandel und Individualisierung, ökonomische Unsicherheit und die sich verändernden Rollen von Frauen und Männern? Diesen Fragen wird aus einer soziodemografischen Perspektive auf Paarbeziehungen im europäischen Vergleich nachgegangen. Anhand empirischer Studien wird thematisiert, welche Auswirkungen dieser Wandelprozesse sich manifestieren und inwiefern die aktuelle Corona-Pandemie soziale Ungleichheiten in Paarbeziehungen verstärkt.


Dr. Nicole Hiekel, Institut für Soziologie und Sozialpsychologie, Universität zu Köln

15.06.2021 | 17:45 - 19:15 Uhr
Bindungsstile, ungesunde und toxische Verbindungen

Beziehungskrisen durch Forderungs-Rückzugs-Dynamiken.

Warum suchen sich einige Menschen immer wieder unerreichbare Partner:innen? Warum scheitern viele Paare am Widerspruch zwischen Wunsch nach Geborgenheit und Sicherheit sowie Selbstbestimmung und Exploration? ​In diesem Vortrag nähern wir uns den Ursachen für diese häufig auftretende Dynamik: Ein:e Partner:in versucht gehört und wahrgenommen zu werden, während sich der:die andere immer mehr zurückzieht. Je dringlicher und lauter die Bemühungen werden, umso größer und undurchdringlicher wird die Mauer. Wie die Bindungsstile die Partnerwahl und die Beziehungs-Dynamik beeinflussen, welche Ängste die Partner:innen dabei steuern und welche Interventionen aus der Praxis Paaren helfen können.


Eric Hegmann

22.06.2021 | 17:45 - 19:15 Uhr
Mutter, Vater, Kind: Was heißt Familie heute?

In der Nachkriegszeit der 1950er Jahre wurde die Vorstellung einer Familie vom bürgerlichen Modell des verheirateten Ehepaares, das mit seinen leiblichen Kindern zusammenlebt, dominiert. Während dieser Zustand des ‚golden age of marriage‘ eine ungewöhnliche Homogenität annahm, sind seit den 1970er Jahren starke Pluralisierungstendenzen der Lebens- und Familienformen beobachtbar. Das wirft zum einen die Frage auf, welche Auswirkungen die zunehmende Vielfalt partnerschaftlicher und familiärer Arrangements auf struktureller, kultureller, rechtlicher und sozialpolitischer Ebene hat. Zum anderen stellt sich die Frage, ob dieser Wandel als Krise gewertet werden kann oder er vielmehr eine positive Anpassung der Menschen an veränderte Lebensumstände bedeutet.


Prof. Dr. Anja Steinbach, Institut für Soziologie, Universität Duisburg-Essen

29.06.2021 | 17:45 - 19:15 Uhr
Wie sich die Pandemie auf Partnerschaften auswirkt.

Die Coronakrise und die mit ihr einhergehenden Einschränkungen betreffen fast alle Lebensbereiche, aber insbesondere Familien und Paarbeziehungen. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen daher zwei zentrale Aspekte von Partnerschaften: die Beziehungszufriedenheit und die Aufteilung der Hausarbeit und Kinderbetreuung. Präsentiert werden Befunde einer Sonderbefragung des Beziehungs- und Familienpanels pairfam, die es erlaubt, die Situation unmittelbar vor und während der Coronakrise miteinander zu vergleichen. Die Ergebnisse dokumentieren neben einigen „Corona-Effekten“ gleichzeitig eine hohe Stabilität etablierter Verhaltensmuster in Paarbeziehungen.


Prof. Dr. Karsten Hank, Institut für Soziologie und Sozialpsychologie, Universität zu Köln

06.07.2021 | 17:45 - 19:15 Uhr
Ist sich in der Krise jeder selbst der Nächste?

Wie die Pandemie die Beziehung zu Mitmensch und Gesellschaft verändert.

Die Corona-Zeit hat die Sensibilität für die Ohnmacht und Verletzbarkeit des Individuums erhöht und gerade zu Beginn zu Solidarität und kollektivem Schulterschluss geführt. Sie hat jedoch auch die Polarisierungen und Lagerbildungen in der Gesellschaft befördert. Aus einer Kultur der Nächstenliebe droht eine Kultur der Fernbeziehung zu werden. Die Maske steigert das soziale Befremden und schon beim Begrüßungsritual erweisen wir uns als Ellbogen-Gesellschaft. Die Verkleinerung des Lebenskreises und die verordnete Selbstbezüglichkeit machen es vielen Menschen zunehmend schwer über den eigenen persönlichen oder regionalen Tellerrand zu blicken. Wie finden wir nach Corona zurück zu einem neuen Wir-Gefühl? Wie können die Corona-Erfahrungen die Gemeinschaft wieder stärken? Der Psychologe Stephan Grünewald beschreibt aus tiefenpsychologischer Sicht die neuen Wege zum Wir.


Stephan Grünewald, Diplom Psychologe
 

Organisation & Kontakt


Maren Mardink

Ringvorlesung & Career Week

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E-Mail: maren.mardinkSpamProtectionuni-koeln.de


Franziska Grohsgart

Studentische Mitarbeiterin

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Email: franziska.grohsgart@uni-koeln.de

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Moritz Hochbein

Studentischer Mitarbeiter

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